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Ergebnisse der Umfrage zur Pendlerzufriedenheit auf der Siegstrecke

16.04.2013

Foto: Daniel Weber

MdL Michael Wäschenbachund Thilo Kipping stellten die Ergebnisse der Umfrage zur Pendlerzufriedenheit auf der Siegstrecke vor

Zu wenig Platz und unbequeme Sitze auf der Siegstrecke

Verkehr Pendler geben RE 9 von Siegen nach Köln bei Umfrage der Kreis-CDU schlechte Noten – Sehnsucht nach den alten Doppelstockzügen

M Kreisgebiet. „Talent allein reicht nicht aus“: Den Satz hört man oft in Fußballkreisen, wenn ein Kicker über gute Ansätze verfügt, es aber noch an gewissen Tugenden vermissen lässt. Ein Stück weit hoffnungsloser sieht es offenbar für die Talent-2-Züge auf der Siegstrecke aus: Nach Meinung vieler Bahnreisender und Berufspendler erfüllen sie nicht mal grundlegende Ansprüche an ein attraktives Verkehrsmittel. Unpünktlich, unbequem, überfüllt – seit Monaten hagelt es Kritik an der Situation auf der Linie RE 9 Siegen–Köln. Eine Studie der CDU, die der stellvertretende Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach gestern in Betzdorf vorstellte, drückt die Unzufriedenheit in Zahlen aus.

Fast 700 Umfragekarten hatten Wäschenbach und seine Mitarbeiter Mitte Februar frühmorgens an den Bahnhöfen in Betzdorf, Kirchen, Wissen, Brachbach und Au verteilt (die RZ berichtete) – mehr als 120 kamen beantwortet wieder zurück. „Einige haben ihrem Unmut in seitenlangen Briefen Luft gemacht“, berichtet Wäschenbach, „andere haben Missstände und Verspätungen über Jahre hinweg dokumentiert. Das zeigt, wie tief der Frust bei jenen sitzt, die tagtäglich auf der Siegstrecke unterwegs sind.“

Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) konnten die Befragten die Aspekte Pünktlichkeit, Türen, Toiletten, Sitzkomfort, Platzangebot und Klimaanlage benoten. Um ein möglichst genaues Stimmungsbild zu erhalten, wurden sie zudem nach Geschlecht, Alter, Tätigkeit (Schüler/Student/Azubi, berufstätig, Rentner) und Häufigkeit der Nutzung der Strecke gefragt. „81 Prozent derer, die geantwortet haben, fahren täglich“, sagt CDU-Mitarbeiter Thilo Kipping (Kirchen), der die Studie federführend betreute, „davon sind 79 Prozent berufstätig, 21 Prozent Schüler, Studenten und Azubis. Das zeigt, dass wir die Zielgruppe Pendler mit unserer Befragung erreicht haben.“ Die wichtigsten Erkenntnisse:

Platzangebot: Der Platzmangel im neuen Talent 2 ist nach wie vor größter Kritikpunkt der Bahnreisenden. Fast zwei Drittel kreuzten hier „mangelhaft“ an, dazu schrieben viele unter „Das stört mich besonders“ die Stichworte „Überfüllung“, „kein Platz“ oder „zu wenig Sitzplätze“. Andere schilderten die prekäre Situation im Berufsverkehr morgens und nachmittags detailliert auf mehreren Briefseiten. In der Studie heißt es: „Bedingt durch Fehlkalkulation wird, insbesondere zu Spitzenzeiten, selbst ein unbequemer Sitzplatz zum hohen Gut.“

Pünktlichkeit: Der Trend bei der Einhaltung der Fahrzeiten entwickle sich „verhalten positiv“, hatte Dr. Thomas Geyer, Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord, jüngst bei einem Treffen mit heimischen Politikern erklärt. „Tatsächlich ist die Unpünktlichkeit nicht der Hauptaufreger“, sagt Kipping, „wer täglich fährt, kalkuliert Verspätungen mit ein.“ So wird dieser Aspekt vom Gros der Befragten mit der Note 3 – und damit noch mit am besten beurteilt.

Türen: Die Türen sorgten vor allem bei Einführung des Talent 2 für Verdruss, zumal es im Vergleich zu den Doppelstockzügen weniger von ihnen gibt. „Die Anfangsprobleme scheinen behoben, dennoch wird der langsame und mitunter fehlerhafte Öffnungsmechanismus insbesondere von Jüngeren kritisiert“, sagt Kipping, „die Älteren haben im Schnitt bessere Noten vergeben, wohl weil sie den nun stufenlosen Einstieg in den Zug begrüßen.“ Insgesamt wurde aber auch diese Kategorie zumeist mit „befriedigend“ und schlechter bewertet.

Toiletten: Das Urteil ist eindeutig wie vernichtend: Fast 50 Prozent der Reisenden, vor allem Frauen, geben den Toiletten die schlechteste Note 5. Die sanitären Anlagen seien oft verschlossen oder verdreckt, merkten viele auf den Antwortkarten an. Weiteres Problem: Da man im Talent 2 nicht durch den kompletten Zug gehen kann, muss man erst aussteigen, um das WC eines anderen Wagen zu benutzen. „Untragbar“, findet Wäschenbach, „vor allem für Ältere.“ Die Störanfälligkeit der Toiletten würde mit ihrer Hochtechnisierung erklärt, Abhilfe ist aber offenbar nicht in Sicht.

Sitzkomfort: „Der Talent 2 ist eine S-Bahn für Fahrzeiten von 20 bis 30 Minuten, nicht länger“, erklärten etliche der Befragten. Mehr als die Hälfte kreuzten die Note 5 an, vor allem Ältere klagen über die Beschaffenheit der Sitze. Auch die Anordnung von Gepäckablagen und Mülleimern wird bemängelt.

Klimaanlage: Zweigeteilt ist die Meinung über die Klimatisierung in den Zügen – die Noten 2 und 5 wurden am häufigsten verteilt. Während die Jüngeren anscheinend gern „gut gekühlt“ im Zug sitzen, urteilten vor allem ältere Fahrgäste hierüber eher negativ. „Vielleicht genügt es ja, die Feinjustierung zu verbessern“, resümiert Kipping.

Wäschenbachs Fazit: „Der größte Handlungsbedarf besteht eindeutig beim Platzangebot.“ Eine Lösung mit dem Talent 2 sieht er indes nicht, denn: „Wollte man zugunsten des Komforts etwas umbauen, würde dies den Platz wohl weiter reduzieren.“ Der Landtagsabgeordnete fordert daher die Rückkehr der Doppelstockzüge – ein Zugpaar neuerer Bauart werde ja bereits auf der Siegstrecke eingesetzt: „Natürlich ist der Talent 2 deutlich günstiger, aber für einstündige Fahrten taugt er einfach nicht.“ Mit Blick auf „die Pendler in unserer Wohnregion“, aber auch auf die Bahnbediensteten, die keine Schuld treffe, sich dennoch täglich einiges anhören müssten, sei man in der Pflicht, eine schnelle Lösung zu finden. Bei drei Aufgabenträgern für die Siegstrecke aus zwei Bundesländern werde dies allerdings kein leichtes Unterfangen, fürchtet Wäschenbach: „Da schaut jeder auf seine Kilometer, nicht aufs große Ganze.“


RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Dienstag, 16. April 2013, Seite 19

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