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Alarmierende Zahlen: In Rheinland-Pfalz fehlen immer mehr Ärzte – MdB Erwin Rüddel übt Kritik an der Landesregierung

16.11.2013

Berlin/Wahlkreis. – „Die Zahlen sind alarmierend. In Rheinland-Pfalz werden bis zum Jahr 2020 etwa 3.400 Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen aus Altersgründen schließen. Die Zahl der Absolventen medizinischer Studiengänge reicht schon heute nicht aus, um diese Stellen zu ersetzen. Vor dieser Entwicklung warne ich seit Jahren, aber die Landesregierung hat nichts getan, um dieser gefährlichen Tendenz entgegenzuwirken“, erklärte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, der seine Fraktion im Gesundheitsausschuss des Berliner Parlaments vertritt.

Soeben hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz darauf hingewiesen, dass es in den kommenden sieben Jahren allein bei den Hausärzten einen Wiederbesetzungsbedarf von 1.387 Ärzten (50,8 Prozent) gibt, bei den Psychotherapeuten sind es 568 Stellen (64,4 Prozent). Insgesamt wird nach Einschätzung der KV bis 2020 jeder zweite niedergelassene Arzt aus der Versorgung ausscheiden. Schon heute hätten aber einige Regionen von Rheinland-Pfalz akute Probleme bei der Nachbesetzung von Arztsitzen. So seien seit 2005 in 29 Gemeinden Hausarztsitze weggefallen. In neun Gemeinden, in denen es 2005 noch eine hausärztliche Zweigpraxis gab, existierte 2012 überhaupt kein Praxissitz mehr. In 17 Gemeinden wurden alle zuvor existierenden Hausarztsitze in Zweigpraxen umgewandelt.

„Mainz muss endlich handeln“

„Die Landesregierung hat die Probleme viel zu lange geleugnet und verschleppt. Sie hat die Chancen des Versorgungsstrukturgesetzes nicht genutzt, mit dem wir im Bund konkrete Maßnahmen gegen den Landärztemangel beschlossen haben. Die neuen Zahlen sind erschreckend. Das Land Rheinland-Pfalz hat eigene Initiativen völlig vermissen lassen – trotz der sich seit Jahren abzeichnenden Entwicklung. Andere zeigen, wie man es besser macht“, erklärte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel mit Blick auf die Bundesländer Thüringen und Sachsen, die angehende Ärzte u.a. mit Stipendien dazu motivieren, sich in unterversorgten Regionen mit eigener Praxis niederzulassen.„Ich sehe in Rheinland-Pfalz aber nicht nur hinsichtlich der Hausärzte, sondern auch hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung in den ländlichen Gebieten wachsende Defizite, denen die rot-grüne Landesregierung hilf- und tatenlos gegenübersteht“, sagte Rüddel weiter. „Um angesichts der zunehmenden Alterung der Gesellschaft auch künftig eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe gesundheitliche Versorgung sicherzustellen, kommt es entscheidend darauf an, junge Medizinerinnen und Mediziner als künftige Hausärzte mit eigener Praxis auf dem Land zu gewinnen“, erläuterte der Abgeordnete.

„Wenn die Verantwortlichen in Mainz schon keine eigenen Ideen haben, warum ahmen sie dann nicht wenigstens das nach, was andere ihnen mit Erfolg vormachen? Mainz muss endlich selbst aktiv werden, damit auch hier bei uns etwas geschieht und damit die Menschen auf dem Land künftig nicht von einer wohnortnahen Versorgung und vom medizinischen Fortschritt abgeschnitten werden“, so Rüddel.

„Hochschulen entsprechend ausrichten“

„Ein weiterer Punkt betrifft die Unis. Schon seit Jahren appellieren wir im Bundestag an die Länder, mehr für die ärztliche Ausbildung an den Universitäten zu tun. Wir haben die Länder aufgefordert, im Hochschulbereich bessere Voraussetzungen für die Ärzteausbildung zu schaffen. Bisher stellen die Universitäten zu sehr auf den Numerus Clausus (NC) ab. Der NC ist aber nicht der einzige Faktor, der belegt, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht. Das Land hätte längst neue Auswahlverfahren erarbeiten können, um den Ansprüchen an den Arztberuf gerecht  zu werden“, betonte Rüddel.Außerdem regte der CDU-Gesundheitspolitiker an, Stipendien nach Vorbild von Thüringen und Sachsen zur Förderung von Landärzten einzuführen. Dabei sollen sich Studienbewerber vorab verpflichten, nach ihrer Aus- und Weiterbildung für einen bestimmten Zeitraum in unterversorgten Gebieten tätig zu werden.

„Auf all diesen Feldern hat die Mainzer Landesregierung bislang nichts zuwege gebracht. Ich hoffe, dass angesichts der jüngsten Zahlen insbesondere Gesundheitsminister Schweitzer, aber auch seine Chefin, Frau Dreyer, die schließlich lange genug selbst Gesundheitsministerin im Land war und für diese Zustände maßgeblich verantwortlich ist, jetzt endlich tätig werden“, erklärte der Bundestagsabgeordnete.

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