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Mit dem „TeleArzt“ auf Hausbesuch – Digitalisierung ermöglicht sichere Behandlung mit Besuch der Versorgungsassistentin

22.09.2015

Sehen das Projekt „TeleArzt“ positiv: (von links) Stefanie Berger (Vitaphone), Initiator Dr. Thomas Aßmann, der stellvertretende Obmann der Kreisärzteschaft, Dr. Karl-Heiner Nöllgen, MdL Dr. Peter Enders und Tjarko J. Schröder (Deutscher Hausärzteverband).

Flammersfeld/Kreisgebiet. Eine immer älter werdende Gesellschaft, immer mehr chronische Erkrankungen, weniger Hausarztpraxen, steigender Bedarf für Hausbesuche: Die ambulante Medizin im ländlichen Raum steht vor enormen Herausforderungen. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt der Telemedizin rasant. Im oberbergischen Lindlar hat der dort niedergelassene Arzt Dr. Thomas Aßmann das Projekt „TeleArzt“ gemeinsam mit dem Mannheimer Telemedizin-Dienstleister Vitaphone und dem Deutschen Hausärzteverband  gestartet. Was sich dahinter verbirgt, erläuterte Aßmann gemeinsam mit Tjarko J. Schröder vom Hausärzteverband und Stefanie Berger (Vitaphone) dem heimischen CDU-Landtagsabgeordneten und Mediziner Dr. Peter Enders, der auch Vorsitzender des gesundheitspolitischen Ausschusses im Mainzer Landtag ist, bei einem Besuch in dessen Flammersfelder Bürgerbüro. Mit dabei war auch der stellvertretende Obmann der Kreisärzteschaft, Dr. Karl-Heiner Nöllgen.

Entlastung von Routinebesuchen

Weil vor allem die Fahrzeit auf dem Land dem Arzt die Zeit raubt und der Grund für den Hausbesuch sich am Ende oft als medizinische Lappalie herausstellt, übernimmt die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) den Hausbesuch mit Routineuntersuchung und schont das ärztliche Zeitbudget. VERAH ist die zusätzliche Qualifikation für medizinische Fachangestellte, die den Hausarzt auch bisher schon bei hochqualifizierten Tätigkeiten inner- und außerhalb der Praxis unterstützten. Ein Plus für den Patienten: „Er wird in der Regel vom Personal seiner Hausarztpraxis betreut, das schafft Vertrauen in die digitalen Angebote“, so Aßmann. Ausgerüstet mit modernster Technik in einem so genannten Telemedizin-Rucksack, u. a. mit Dreikanal-EKG, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät, Pulsoximeter und Tablet-PC, übermittelt die speziell geschulte Fachkraft Daten wie Herzfrequenz, Atemvolumen oder Blutzucker über eine gesicherte Datenverbindung in die Praxis, wo sie den Arzt per Videokonferenz bei Bedarf zuschalten kann. Diagnosen stellen darf sie natürlich nicht. Darauf legt auch Enders großen Wert: „Die rein ärztlichen Leistungen dürfen nicht ersetzt werden. Die Beurteilung der übermittelten Parameter, Diagnose und Therapie obliegen dem digital anwesenden Arzt.“

Ab Oktober ist der „TeleArzt“ im Einsatz

Aßmann, wie Enders selbst auch als Notarzt aktiv, erläuterte, dass das Projekt „TeleArzt“ beispielswiese viele Krankenhauseinweisungen verhindern könne. Würde bislang oft der Rettungswagen gerufen, wenn kein Arzt erreichbar sei, der den Patienten in eine Klinik bringe, könnte dies durch die Vernetzung der VERAH mit dem Hausarzt zumindest teilweise vermieden werden. „Würde jede Versorgungsassistentin nur einen einzigen Notfalltransport in die Klinik pro Monat verhindern, ließen sich bundesweit 84 Millionen Euro jährlich sparen“, rechnet  Aßmann vor. Vier große Krankenkassen sind mittlerweile mit im Boot der Projektpartner und übernehmen die Kosten. Im Oktober startet der „TeleArzt“ in seiner oberbergischen Heimat.

Der Patient kann zusätzlich durch ein Vitaldatenmonitoring begleitet werden. Das unterstützt den Behandlungsverlauf besonders bei Patienten mit chronischen Erkrankungen. Bedenken in Sachen Datenschutz und Übertragungssicherheit kann Aßmann ausräumen, weil das Projekt alle entsprechenden technischen und rechtlichen Anforderungen erfülle. Die Daten laufen über ein Servicecenter beim Dienstleister Vitaphone, der die telemedizinische Datenübertragung sicherstellt und nach dem Willen Aßmanns die Chance liefert, frühzeitig zu alarmieren – oder eben Rettungseinsätze zu verhindern.

„Das Projekt ‚Telearzt‘ ist aus meiner Sicht schlüssig und vor allem praxistauglich, weil es eben von einem Praktiker wie Thomas Aßmann federführend entwickelt wurde. Er setzt genau bei den Problemen der Ärzte und Patienten im ländlichen Raum an und macht einen Lösungsvorschlag, mit dem alle Beteiligten zufrieden sein können. Der ‚TeleArzt‘ kann einerseits die Versorgungsqualität sichern und andererseits den Hausarzt entlasten. Das haben offensichtlich auch die Krankenkassen erkannt “, resümierte Peter Enders, der das Modell auch im zuständigen Ausschuss des Landtages thematisieren will.

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