Führungswechsel bei der CDU Gebhardshainer Land

16.09.2026

Julian Schwan übernimmt Vorsitz und fordert mehr Verlässlichkeit und Selbstkritik in der eigenen Partei - Der CDU-Ortsverband Gebhardshainer Land hat sich bei seiner Mitgliederversammlung am 15. September 2026 im Dorfgemeinschaftshaus Elben personell neu aufgestellt. An die Spitze des Verbandes tritt der 32-jährige Polizeibeamte und Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Nauroth, Julian Schwan. Er folgt auf Josef-Georg Solbach, der die CDU vor Ort seit 2004 als Vorsitzender geprägt und seit der Gründung des CDU-Ortsverbandes Gebhardshainer Land im Jahr 2020 auch den neuen Verband geführt hat.

Schwan machte in seiner Bewerbungsrede deutlich, dass sich auch die eigene Partei kritischen Fragen stellen müsse. Viele Menschen erlebten eine zunehmende Kluft zwischen politischen Ankündigungen und dem, was in ihrem Alltag tatsächlich ankomme. Gerade weil die CDU auf Bundes- und Landesebene Verantwortung trage, dürfe sie Fehler nicht nur bei anderen suchen. Auch Entscheidungen aus den eigenen Reihen müssten hinterfragt werden.

Als Beispiel nannte Schwan die hohen Heizkosten. Bei einem Heizölpreis von rund 176 Euro für 100 Liter koste eine Lieferung von 2.000 Litern bereits rund 3.520 Euro. Gerade im Westerwald sei Heizen im Winter keine Frage des Komforts, sondern eine Notwendigkeit. Besonders Familien und ältere Menschen spürten solche Belastungen unmittelbar. Politik dürfe deshalb nicht nur auf Statistiken verweisen, sondern müsse sich fragen, was ihre Entscheidungen tatsächlich bei den Menschen bewirkten.
„Nicht der Bürger hat eine Bringschuld gegenüber der Politik. Die Politik hat eine Bringschuld gegenüber dem Bürger“, formulierte Schwan seinen Anspruch. Wer politische Verantwortung übernehme, müsse Entscheidungen erklären können und sich daran messen lassen, ob das Versprochene auch erreicht werde. Loyalität zur eigenen Partei bedeute für ihn dabei nicht Schweigen. Kritik müsse auch dann möglich sein, wenn sie Entscheidungen aus den eigenen Reihen betreffe.

Eine besondere Aufgabe sieht Schwan deshalb beim Ortsverband. Dieser solle nicht nur vermitteln, was in Berlin oder Mainz beschlossen werde. Wenn Entscheidungen vor Ort nicht funktionierten, müsse dies innerhalb der Partei deutlich angesprochen und nach oben weitergetragen werden. „Wir müssen nicht alles versprechen, aber was wir versprechen, müssen wir halten“, so Schwan. Auch das „C“ im Namen der CDU sei für Schwan Verpflichtung. Es stehe für Verantwortung, Eigenverantwortung und Solidarität.
Wer Unterstützung wirklich brauche, müsse sich auf die Gemeinschaft verlassen können. Wer Hilfen dagegen bewusst ausnutze oder sich jeder Eigenverantwortung entziehe, dürfe dies nicht auf Kosten der Gemeinschaft tun.

Neben Julian Schwan wählten die Mitglieder Bernd Brenner aus Kausen zum stellvertretenden Vorsitzenden. Daniela De Nichilo aus Fensdorf übernimmt das Amt der Schatzmeisterin. Maximilian Schmitz aus Nauroth wurde zum Mitgliederbeauftragten gewählt.

Als Beisitzerinnen und Beisitzer gehören dem neuen Vorstand Maja Bender, Jochem Hüsch, André Klein, Marcel Kölzer und Christian Solbach aus Gebhardshain, Georg Schwan und Christian Behler aus Elkenroth sowie Florian Menzel aus Steinebach an.

Besonderen Dank richtete Schwan an seinen Vorgänger Josef-Georg Solbach. Mehr als zwei Jahrzehnte stand dieser an der Spitze der CDU vor Ort und wurde in dieser Zeit zu einem prägenden Gesicht des Ortsverbandes. Schwan würdigte dessen Verlässlichkeit und großen persönlichen Einsatz. Solbach bleibe der politischen Arbeit als Mitglied des Kreistages und des Verbandsgemeinderates weiterhin erhalten.